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Master-Studiengang Choreografie

Choreografie-Studiengang in neuer Modulstruktur

Der Choreografie Studiengang wird mit Beginn des Wintersemesters 2008/2009 als M.A.-Studiengang angeboten.

Ordnungen MA Choreografie

Module 1 BEWEGUNGSANALYSE I (STRUKTUREN I / TECHNIKEN)

Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls 

Die Studierenden lernen, Bewegung zu beobachten, zu analysieren und ihre Erkenntnisse zu artikulieren. Sie setzen sich mit ihren Bewegungsmustern und -vorlieben auseinander. Von besonderer Bedeutung ist die intensive Erkundung und Anwendung der Laban Movement Analysis.
Das Modul bietet ein systematisches Vokabular, einen theoretischen Rahmen und das praktische Handwerkszeug für das bewusste Erleben und Gestalten von Bewegung. Die Studierenden erweitern ihr Bewegungsrepertoire, vertiefen ihre künstlerische Sensibilität und erwerben die Voraussetzungen für bewusste choreografische Entscheidungen. 

Laban Movement Analysis (LMA) I 

Durch Laban Movement Analysis (LMA) entwickeln die Studierenden ihr Vermögen, Bewegung detailliert zu beobachten und wahrzunehmen. Sie betrachten Bewegung in ihrer tanzbezogenen Funktionalität und entwickeln ihr Bewusstsein für Körpersprache.
LMA umfasst theoretische Aspekte und vielfältige praktische Aufgaben. Dazu gehören improvisatorische und gestalterische Aufgaben.  

Komposition I 

In der Komposition erforschen die Studierenden verschiedene choreografische Gestaltungsmittel und Kompositionsformen. Sie verbessern ihre Fähigkeit, eigene kompositorische Arbeiten und die Arbeiten anderer kritisch zu bewerten. Das Ziel besteht darin, klare Entscheidungen auf Grundlage der eigenen Absichten und Ideen, des choreografischen Handwerks und der Intuition zu fällen. 

Künstlerischer Prozess I 

Mit eigenen künstlerisch-praktischen Arbeiten und in der Auseinandersetzung mit künstlerischen Prozessen verschiedener Gastkünstler vertiefen die Studierenden ihre choreografische Recherche. 

Körperpraxis I 

Im Lehrangebot Körperpraxis untersuchen die Studierenden Bewegung unter ontogenetischen Aspekten. Sie befassen sich mit ontogenetischen Bewegungsmustern und biomechanischen Prozessen, um Zusammenhänge zwischen der Funktionalität und Expressivität von Bewegung zu erkennen und in ihrer eigenen choreografischen Praxis differenziert anzuwenden.

MODUL 2 Theorie I

Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls

In diesem Modul lernen die Studierenden, ihre choreografische Arbeit im sozialhistorischen, kulturellen und künstlerischen Kontext zu verstehen und weiterzuentwickeln. Sie erwerben Kriterien zur Analyse und Konzeption choreografischer Prozesse und erarbeiten sich ein differenziertes Verständnis der Beziehungen zwischen Tanz und Musik.

Tanz- und Kunsttheorie / Dramaturgie

Die Studierenden erhalten einen Überblick über ausgewählte tanztheoretische Ansätze und Kategorien und setzen sich mit aktuellen Tendenzen der Entwicklung von Tanz, Theater, Performance und Kunst auseinander. Sie untersuchen grundlegende Dramaturgiemodelle aus dem Bereich Theater und Tanz.
Dabei erweitern sie ihre perzeptiven und analytischen Fähigkeiten.

Psychologie

In der Psychologie lernen die Studierenden, sich im Prozess von Selbstbeobachtung und Reflexion über prägende Einflüsse einer eigenen künstlerischen Herkunft bewusst zu werden und sie mit ihren individuellen choreografischen Strategien und künstlerischen Gestaltungsformen in Verbindung zu bringen. Darüber hinaus befassen sie sich mit Prinzipien wie Kreativität und Individualität sowie mit der Dynamik künstlerischer Gruppenprozesse

Musiktheorie

Die Studierenden erwerben die Voraussetzungen, um in der tänzerisch-choreografischen Praxis gezielter mit Musik umzugehen. In der Elementar- und Formenlehre lernen sie musikalische Strukturen wie Melodik, Harmonik, Metrik und Rhythmus kennen. Darüber hinaus befassen sie sich mit Gesetzen musikalischer Komposition in ihrer historischen Entwicklung.

MODUL 3 WAHLPFLICHT

Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls

In diesem Modul vertiefen die Studierenden ihre Recherche, indem sie ihren individuellen Interessen hinsichtlich künstlerisch-praktischer oder theoretischer Aspekte der Choreografie intensiver nachgehen. Die Vertiefung kann künstlerisch-praktisch in Form von Tanztraining, als choreografische Assistenz oder im Bereich der Musik in Form von Unterricht in Klavier, Perkussion oder elektronischer Musik erfolgen. Die theoretische Vertiefung erfolgt anhand eines Themas eigener Wahl und wird von einem Mentor betreut.

Auswahl:

  • Künstlerisch-praktisches Fach aus dem Angebot der Hochschule
  • Theoretisches Fach
  • Choreografische Assistenz
  • Klavier/Perkussion/Klang

MODUL 4 RESEARCH / MEDIA (STRUKTUREN II / IMPROVISATION)

Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls

Dieses Modul befähigt die Studierenden, ein interdisziplinäres Projekt aus dem Bereich Tanz und tanzverwandten Bereichen zu konzipieren, schöpferisch zu gestalten und zu produzieren. Sie erproben Improvisation als choreografische Struktur und Choreografie als kollektiven Prozess. Dazu gehören Komponenten von Bühnenbild, Kostüm- und Lichtdesign und praktische Erfahrungen in der Gestaltung von performativen Räumen mit Film, Klang, Internet-basierten Installationen und interaktiven Medien. Die Studierenden werden bei der Konzeption ihrer Projekte und bei der Suche nach einem geeigneten Aufführungsort angeleitet und unterstützt.

Komposition II

Die Studierenden erweitern ihre Kenntnis kompositorischer und improvisatorischer Mittel und Methoden. Sie erproben eine Vielfalt choreografischer Perspektiven z.B. durch site specific work.

Künstlerischer Prozess II

Die Studierenden erproben ihre individuellen choreografischen Ansätze in einem breiten künstlerischen und politischen Kontext. Im Vordergrund stehen interdisziplinäre Erkundungen. Sie arbeiten mit Gastkünstlern, die vorrangig interdisziplinär arbeiten.

Körperpraxis II

Im Lehrangebot Körperpraxis praktizieren die Studierenden somatische Techniken (u. a. Body Mind-Centering, Feldenkrais Methode®) als choreografische Verfahren. Dabei vertiefen sie ihre Kenntnisse neurophysiologischer und sensorischer Abläufe. Sie verbessern ihr Körperbewusstsein und verfeinern ihre Fähigkeit, Bewegung zu spüren und zu fühlen. Diese Recherche unterstützt die Studierenden in der Entwic
klung ihrer eigenen choreografischen Individualität und sensibilisiert sie für den Umgang mit Tänzern und anderen Künstlern im choreografischen Prozess.

Film-/Medientechnik

Die Studierenden erkunden, wie sich bewegte Körper und eine lebendige Kamera begegnen können. Mit Übungen zum Fluss von Bewegung und Sehen und zum Verhältnis von menschlichem Auge und Kamera-Auge verfeinern sie ihre kinästhetische und visuelle Wahrnehmung.
Darüber hinaus beschäftigen sie sich mit den Grundlagen der Videoproduktion und -präsentation von der Kamera- und Aufnahmentechnik über Schnitttechniken bis zur Aufführung im Rahmen einer Bühneninstallation.
Film und Medien werden als Mittel zur Recherche, als künstlerisches Mittel und in ihrer dokumentarischen Funktion untersucht.

Lichtdesign

Im Workshop Lichtdesign erwerben die Studierenden Grundkenntnisse über die Möglichkeiten der Lichtgestaltung. Sie untersuchen Elemente wie Lichtrichtung, Farbe, Stimmung, Helligkeit und Zeit auf ihre Funktion, Wirkung und Bedeutung.
Der Aufbau einzelner Bilder und der Aufbau einer Bildsequenz wird sowohl unter formalen als auch unter inhaltlichen Aspekten analysiert.
Die Studierenden lernen, wie sich mit dem Medium Licht Räume erschaffen und gestalten lassen und wie sich Tanz bzw. Choreografien emotional verdichten lassen.

Raum/ Bühne/ Kostümdesign

Die Studierenden erkunden die Zeichenebenen des Bühnenraumes. Sie untersuchen die Bühne mit ihren Elementen Raum und Kostüm in ihren aktuellen praktischen Möglichkeiten. Gleichzeitig befassen sie sich mit der historischen Dimension von Theaterräumen und Kostümgestaltung. Dabei fließen Kenntnisse aus den Bereichen Theatergeschichte, Architektur und Bildende Kunst ein.

MODUL 5 THEORIE II

Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls

Die Studierenden vertiefen ihre Auseinandersetzung mit choreografischen Prozessen in ihrem sozialhistorischen, kulturellen und künstlerischen Kontext.
Sie setzen sich mit grundlegenden philosophischen Betrachtungen und Fragen der Ästhetik auseinander. Die Studierenden erweitern ihr Verständnis der Beziehungen zwischen Tanz und Musik und verbessern ihre dramaturgischen Fähigkeiten.

Philosophie

Es werden Grundfragen der Philosophie sowie zentrale philosophische Kategorien wie Zeit, Raum und Un-/Endlichkeit in ihrer Relevanz für choreografische Prozesse diskutiert. Die Studierenden befassen sich mit der Stellung und den aktuellen Beiträgen der Philosophie im Kontext anderer geistes- und naturwissenschaftlicher Diskurse. Darüber hinaus untersuchen sie die soziale Position des Künstlers in Vergangenheit und Gegenwart.

Tanz- und Musiktheorie

In der Tanz- und Musiktheorie setzen sich die Studierenden intensiv mit ausgewählten Theorien zu Theatralität, Wahrnehmung und Körperkonzepten sowie Themen wie Dance & Gender, Abwesenheit, Fragmentierung und Kreativität auseinander. Sie erweitern ihre Kenntnis choreografischer Werke und Prozesse und verbessern ihre analytischen Fähigkeiten. Anhand von visuellen und akustischen Zeugnissen sowie Texten vertiefen sie ihr Verständnis musikalischer Strukturen und Kompositionsprinzipien und untersuchen sie im Hinblick auf ihre choreografische Arbeit. Die Studierenden erwerben Voraussetzungen für einen bewussten Umgang mit Musik im choreografischen Prozess und lernen, ihre musikalischen Vorstellungen präzise zu formulieren.

Dramaturgie l

Die Studierenden vertiefen ihre Kenntnis und Beherrschung von Mitteln und Methoden zur Stück- bzw. Prozessentwicklung. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit Motiven, Themen und Ideen sowie Möglichkeiten ihrer szenischen Umsetzung. Sie lernen Dramaturgiemodelle des Sprech- und Musiktheaters, aus Film, Literatur, Musikvideo und Werbung sowie Prinzipien der Gestaltung aus Bildender Kunst und Architektur kennen.

MODUL 6 PRODUKTION

Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls

Die Studierenden lernen grundlegende Methoden des Kulturmanagements kennen. Im Vordergrund stehen Prozesse der Produktionsplanung und -leitung, des Fundraisings, des Kulturrechts sowie PR-Strategien.

Projektmanagement

Die Studierenden setzen sich mit Kriterien für ein effizientes Management auseinander. Sie üben, Projekte zeitlich und inhaltlich zu strukturieren.

Fundraising

In diesem Kurs lernen die studierenden neue formen des Fundraisings kennen, die auf klaren Zielvorstellungen, stimmigen Vorgehensweisen und einer professionellen Kommunikationsstrategie beruhen. Davon ausgehend entwickeln sie Methoden und Techniken für die eigene Arbeit.

PR

Die Studierenden setzen sich mit Möglichkeiten der Darstellung von Projekten auseinander. Sie üben, ihre künstlerischen Anliegen für verschiedene Adressaten zu kommunizieren. Dabei verbessern sie ihre mündlichen und schriftlichen Fähigkeiten. Darüber hinaus hinterfragen sie ihre Selbstdarstellung als Künstler.

Kulturrecht

In diesem Workshop erhalten die Studierenden einen Einblick in die unterschiedlichen Verträge des Kulturbereichs. Dazu gehören Tänzerverträge, Choreografenverträge, Saalmietverträge und Verträge über den Kartenverkauf. Sie beschäftigen sich mit den Grundlagen des Vertragsrechts und den Anforderungen an einen wirksamen Vertragsabschluss. Weitere Themen sind das Urheberrecht, Fragen der Haftung sowie Elemente der Versammlungsstättenverordnung.

MODUL 7 BEWEGUNGSANALYSE II (STRUKTUREN II / THEATER)

Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls

Von ihren Grundkenntnissen aus Modul I ausgehend vertiefen die Studierenden ihr Verständnis choreografischer Prozesse, indem sie sich intensiver mit den intuitiven, kinästhetischen, psychologischen und analytischen Aspekten von Bewegung und Komposition befassen. Sie verfolgen verstärkt das Ziel, eine eigene künstlerische Identität zu entwickeln.

Laban Movement Analysis II

Die Kenntnisse der Laban Movement Analyis aus dem Modul Bewegungsanalyse I werden vertieft. Diese Recherche hilft den Studierenden, ihre choreografische Sprache zu präzisieren, Bewegung zu beschreiben und ihre choreografischen Intentionen verbal zu kommunizieren.

Komposition III

Im Mittelpunkt der kompositorischen Prozesse steht die Gestaltung von Bewegung für Sprech- und Musiktheater unter Verwendung unterschiedlicher dramaturgischer Modelle. Darüber hinaus wenden die Studierenden Methoden des Creative Writing auf Tanz und choreografische Strategien für das Rezitieren, Interpretieren und Analysieren von Texten an. Durch das körperlich-praktische Erleben von Sprache und Text in erhalten die Studierenden Anregungen für die Komposition von Bewegungssequenzen.

Künstlerischer Prozess III

Die Studierenden erproben ihre neu erworbenen choreografischen Kenntnisse im Sprech- und Musiktheater. Dabei werden sie von Gastkünstlern unterstützt.

Körperpraxis III

Im Lehrangebot Körperpraxis erweitern die Studierenden ihr Verständnis anatomischer und koordinativer Möglichkeiten, um sie in der eigenen choreografischen Arbeit zu nutzen. Von besonderem Interesse ist die Rolle von Emotionen und Gefühlen im Prozess tänzerischen Gestaltens.

MODUL 8 THEORIE III

Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls

Der Schwerpunkt dieses Moduls liegt auf dem Verständnis anderer künstlerischer Disziplinen. Die Studierenden vertiefen ihre theoretische Auseinandersetzung mit choreografischen Prozessen insbesondere im Hinblick auf die Entfaltung ihrer choreografischen Individualität. In Projekten arbeiten sie insbesondere gemeinsam mit Künstlern anderer Genres bzw. interdisziplinär.

Dramaturgie II

In der Dramaturgie erweitern die Studierenden ihre Kenntnis und die Beherrschung von Mitteln und Methoden zur Stück- bzw. Prozessentwicklung. Im Mittelpunkt stehen interdisziplinäre Arbeiten mit Tanz.

Tanz- und Kunsttheorie

In der Tanz- und Kunsttheorie setzen sich die Studierenden intensiv mit ausgewählten Theorien aus den Bereichen Tanz, Theater, Kunst und Performance auseinander. Im Mittelpunkt stehen Performance- und Medientheorien. Die Studierenden befassen sich kritisch mit aktuellen Tendenzen der Entwicklung von Tanz, Theater, Performance und Kunst und versuchen, ihre individuelle Position in diesem Kontext zu definieren

Musik

Es werden ausgewählte musikwissenschaftliche Theorien der Gegenwart in ihrer Bedeutung für choreografische Prozesse vorgestellt. Die Studierenden befassen sich mit zeitgenössischen Kompositions- und Notationsweisen, mit elektronischer Musik, Möglichkeiten der Einwirkung von Bewegung auf Klang sowie mit Musik im virtuellen Raum.

MODUL 9 MASTERARBEIT

Inhalte und Qualifikationsziele des Moduls

Im letzten Semester erarbeiten die Studierenden ihre Masterarbeit. Das Projekt kann ein Stück für die Bühne, ein Tanzfilm, ein site-specific process, eine interdisziplinäre Installation oder ein Projekt sein, dass der Prüfungsausschuss befürwortet hat.
Die Präsentation der Masterarbeit soll zeigen, dass die Studierenden die Fähigkeit besitzen, choreografische Arbeiten aus interdisziplinärer Perspektive selbständig zu gestalten und zu produzieren. Die Masterarbeit umfasst die Konzeption, schöpferische Gestaltung, Produktion, Vorstellung und Auswertung eines Projektes. Außerdem finden Projekte und Seminare mit Gastdozenten sowie Konsultationen mit den Mentoren statt. Die Wahl eines Mentor muss durch einen Prüfungsausschuss befürwortet werden.

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